Dingdongdatum

Ich war schon immer fürchterlich schlecht darin, Dingen und Ereignissen ein Datum zuzuordnen. Auch heute verfalle ich für einen Moment in bewundernde Starre, wenn jemand im Gespräch Sätze sagt wie ‚Ja, der Sommer ’90, da war es total heiss und dann sind wir mit dem Auto…‘ Oder eben ‚Genau, das war ’87, weisst du noch, da war…‘

Dann muss ich immer mit dem Kopf schütteln. Nein, das weiss ich nicht.

Irgendwie habe ich keinen inneren Kalender, auf dem Ereignisse vermerkt werden können. Ich erinnere mich an viele Kleinigkeiten, Momente, Details und auch an einen bestimmten sommer. Oder einen Winter. Aber nichts davon trägt eine Jahreszahl.

Manchmal empfinde ich es als Verlust oder auch als störend. Während Gespräche dahinplätschern, fange ich heimlich anhand feststehender Eckdaten an, Dinge zurückzuverfolgen, Jahreszahlen nachzuvollziehen. Gelingt natürlich in den seltensten Fällen.

Da kann ich froh sein, dass es Blogs gibt. Mein externer Kalender, quasi. Die Schwierigkeit, in jedem Gespräch ein Notebook zur Hand haben zu müssen sollte ich nochmal überdenken.

Einen Kommentar schreiben