[Zeit:schleifen]

Den ganzen Tag schon trage ich ihn in der Hosentasche mit mir herum. Wollte ihn die ganze Zeit schon wegbringen. Damit er bald wiederkehrt. Entwickelt.
Aber irgendwie scheint es nicht wichtig. So sehr ich die Bilder mag, so sehr mich immer wieder die Neugier und Ungeduld treibt, so oft trage ich manchmal stunden-, machmal tagelang einen belichteten Film mit mir herum.
Als wäre es ausreichend, die Photos gemacht zu haben, ausgelöst zu haben, hingesehen zu haben. Als wäre es dann nicht mehr wichtig, wann man sie entwickelt.
Dann stecke ich den Film in die Hosentasche. Trage ihn mit mir. Im stillen Zwiegespräch. Als zähle nur die Sicherheit, dass die Bilder da sind. Vielleicht hat alles seine Zeit. Selbst ein belichteter Film.

2 Reaktionen zu “[Zeit:schleifen]”

  1. Tilla

    So isses manchmal mit Bildern…. wenn sie ganz liebevoll hinter der Netzhaut wohnen, dann kann man ihre Zukunft auch gerne noch ein wenig wärmend und tätschelnd in der Hosentasche mit sich herumtragen :)

  2. judith

    Hm, in der Hinsicht sind wir dann doch unterschiedlich eingestellt. Ich würde ihn sofort entwickeln lassen – und ihn damit entzaubern, seine macht über mich nehmen. Und danach, je nach innerer Tonlage in der Schublade alles verschwinden lassen…

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