Ahnte ich es doch.

Den Montag fand ich schwer doof. Aber jetzt, der neue Trend. Dienstagsbashing. Dieser Dienstag ist ein Arschloch. Er fing schon elendig an. Bleischwere Müdigkeit, Dienstverweigerung der zum Aufstehen notwendigen Muskulatur. Selbst die Augenlider waren sich einig. Nö, wir bleiben liegen. Unten. Taste dich doch durch den Tag, pf. Da hätten wir dann das nächste Problem. Tasten hätte die Arme und Hände erfordert. Keine Chance, dort herrschte ebenfalls kompletter Streik. Irgendwann, nach einer ausgiebigen Diskussion, erklärte sich dann mal wenigstens ein Teil der Notwendigkeiten zur Mitarbeit bereit.

So konnte ich mich zuerst ins Bad, dann in diverse Kleidungsstücke begeben. Wollte mich danach ins Auto schleppen. Ich kam bis zur Wohnungstür. Nicht, dass ich mir im Flur spontan überlegt hätte, ich leg mich nochmal hin. Nein. Beim öffnen der Tür sass exakt auf Augenhöhe eine monströse Schnake. Vor lauter Schreck hab ich die Tür direkt wieder zugeknallt. (Guten Morgen, Nachbarn.) Irgendwann hatte ich mich dann soweit gesammelt, das ich die Tür erneut öffnen (natürlich nur aus sicherer Entfernung mit ausgestrecktem Arm und sofortigem Ausfallschritt rückwärts. Man weiss ja, wozu diese Viecher vielleicht in der Lage sind!) und tatsächlich das Haus verlassen konnte.

Wir haben Sommerferien. Normalerweise heisst das Olé Olé, fast freie Fahrt. Da aber meine eh schon ausreichend verhasste Autobahn die ersten Baustellen zum gross angelegten Umbau aufweist, habe ich heute morgen knapp 2 Stunden benötigt. Ich möchte mir nicht vorstellen, was mich zum Ende der Ferien erwarten wird. Die Hoffnung ‚Irgendwann ist jede Baustelle vorbei‘, kann ich die nächsten 4 Jahre aufgeben. Großbauprojektscheissdreck.

Den Termin, den ich eigentlich gehabt hätte (der kluge Leser merkt an der Formulierung bereits jetzt, wie der Satz enden wird), konnte ich dann in der Schlussphase mit meiner Anwesenheit beglücken. Quasi zur Verabschiedung. Hmpf.

Kommen wir zu den aktuellen Befindlichkeiten inklusive einer kleinen Prognose für den restlichen Verlauf des Tages. Nachdem ich gestern Abend beim Zahnarzt war und dieser mir im Schädel rumbohrte, ist mein Hirn heute zickig. Offensichtlich verstört vom Gerumpel und dieser verhassten wie fiesen Geräuschkulisse wummert es heute fröhlich vor sich hin. Zu meinem Leidwesen. Topaktuelles Angebot ‚vibrierende Nervenstränge‘, dazu ein Paket ‚dezente Gereiztheit‘, obendrauf eine extra Portion ‚akute Bürounlust in gesteigerter Form‘.
Das alles reicht vermutlich gerade aus um mich im Grad der Sozialkompatibilität erheblich herunterzustufen.
Schliessen wir also mit der Prognose für den restlichen Verlauf : Ich werde im Zweifelsfall noch wiederholt ungehalten auf Ansprache im Büro reagieren, das Telefon weiterhin ignorieren (hier verbirgt sich weiteres Bürokonfliktpotential), mit mindestens 2 Menschen innerhalb dieses Gebäudes noch Streit anfangen (Unprofessionalität liegt mir heute), danach im Stau auf dem Heimweg garantiert noch Menschen beschimpfen und diverser Unfähigkeiten bezichtigen. Ich werde vermutlich versuchen, vorsätzlich einen Bauarbeiter zu überfahren um dann, sollte ich einer Verhaftung entgehen können, schlussendlich meine Wohnungstür hinter mir zuzuschlagen (Guten Abend, Nachbarn.). Hervorragende Aussichten wie ich finde.

11 Reaktionen zu “Ahnte ich es doch.”

  1. nadja

    so schön, wie du darüber schreibst, kauf ich dir kein wort über das dröhnen im kopf :)
    so viele hochintelligente vokabeln mit so vielen silben, dich würd ich täglich extra reizen und stressen, bis du endlich dein buch fertig hast.

    :-P

  2. nadja

    ab, da oben fehlt noch ein ab.

  3. Tilla Pe

    Ich sag nur:
    Kopfweh.
    Wahlweise Paracetamolvergiftung.
    Kann ich mir aussuchen.
    Deswegen heute kein Mitleid für Dich – ich brauchs für mich.
    Alles.

  4. starfotograf

    ich könnte dir mit ein paar schicken schimpfwörtern aus der klemme helfen aber ich fürchte, du hast da erheblich mehr auf der pfanne…

    arschkrampe, lefthandwanker, pissflitche, kackstelze, gesichtsbarracke und immer wieder gern genommen, fotocommunist =)

  5. Nika

    Nadja, ein komplettes Buch mit Befindlichkeitsgesabbel? Mon dieu. Das will keiner erleben.

    Ansonsten habe ich hier grad so ein bisschen das dumpfe Gefühl, ihr nehmt mich nicht ausreichend ernst! Skandalöse Zustände!

    … ausser Tilla, mit Kopfweh ist man von jeglichen Fremdansprüchen befreit. Ich weiss, wovon ich rede. (Tilla, Ibuprofen in der 400er Dosierung? Manchmal hilft’s…)

  6. frauvivaldi

    Jawoll! Machen Sie ihn fertig, diesen Scheißtag! Reagieren Sie sich an ihm ab! Beschimpfen Sie alles, was Ihnen über den Weg läuft. Das wäre sonst meine Aufgabe – aber ich fühl mich heut zu schlapp dazu.
    Und wenn mir irgendjemand verraten könnte, warum an meinem neuen Laptop der Cursor beim Schreiben immer plötzlich wegspringt und ich meine Sätze immer woanders beende, dann fliegt dieses Teil vielleicht nicht demnächst an die Wand.
    Herzlichst (soweit noch energietechnisch möglich), Ihre FrauVau

  7. nadja

    *jetzt hab ich ein buch bestellt aber der order ist nicht durchgegangen*
    mist

    und, schon die nachbarn mit der knallenden tür beglückt?
    willste becherchen eierlikör?

  8. Nika

    von den angebotenen Begriffen fand dann doch noch der ein oder andere Verwendung.

    FrauVau, habense mal in der Systemsteuerung bei den Maus-Einstellungen geschaut? Es gibt da eine Option, die der Maus sagt, sie möchte doch bitte generell auf die Standardschaltflächen springen. Vielleicht isses das?

    Nadja, die Nachbarn dürften in der Tat akustisch von meiner Heimkehr Kenntniss bekommen haben, ja.
    Eierlikör? Haha, ich glaube, dazu würde ich mich heute sogar hinreissen lassen.

  9. Tilla Pe

    Moin.
    Ich hab es dann gegen Abend mit einer abgelaufenen Aspirin +C in den Griff bekommen, selbstverständlich erst nach dem Shooting, aber der Nachtschlaf war wenigstens gesichert. *mumpf*
    Die Bilder sind bestimmt scheiße geworden, was ein Glück, dass es ein freies Projekt war!
    Nachdem jetzt endgültig alle Vorräte vernichtet wurden, werde ich auf Deinen Ratschlag hören und mal die Richtung Ibuprofen einschlagen – ich bin ja froh, dass ich wenigstens schon von Migräne Kranit runter bin (die Nebenwirkungen wünsche ich nur bestimmten, sehr sehr argen Feinden).
    Jetzt ist MIttwoch und es kann nur noch besser werden :)

  10. nadja

    nix da, auch mittwoche sind schlimm. siehe im roten salong

  11. frauvivaldi

    Nee, das wars nicht.. inzwischen denke ich, dass ich den Touchpad nicht gewohnt bin und da wohl aus Versehen des Öfteren drangekommen bin. Hab ja beim alten Lappy sowas nicht gehabt, sondern einen wunderbar einfachen roten Knubbelknopf. Nicht immer ist alles Neue besser… aber ich gewöhn mich grad dran, so zu schreiben, dass das nicht mehr passieren kann. Macht ja nix, wenn ich bald Krämpfe in den Händen habe. Ich sabbel sowieso viel zu viel.
    Mittwoch.. bäh. Zumindest DIESER. Der nächste Mittwoch.. jaaaaa. Spitze. Der darauf – bäh. Aber dann.. jaaaa. So sind die nächsten 2 Monate.. ein Auf und Ab der Mittwoche….
    Schönen Abend noch!

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