ink me, baby

Es ist wirklich ganz erstaunlich. Wenn ich dort sitze, schwöre ich mir jedesmal ‚Das tust du NIE wieder. NIEMALS.‘. Wenn dann das Surren abklingt, das Adrenalin rauscht, der Endorphinspiegel seinen Höhepunkt erreicht, beginnt der Entschluss sich aufzuweichen. Milchbrötchen. Meistens dauert es maximal 1 Jahr bis ich den Schmerz, das Zittern der Hände und den fliehenden Atem vergessen habe.

Im Moment bleiben mir also noch ein paar Monate. 9 um genau zu sein. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe : Es reicht. Womit wir beim Haken an der ganzen Geschichte angekommen wäre. Ich habe es mir ‚eigentlich‘ vorgenommen. Was eine Alternativentscheidung zulassen würde.

Wenn es ihn, den einen und einzigen wahren Master of Pain, nicht geben würde, hätte ich wahrscheinlich keine meiner Tätowierungen. Heute kann ich es mir nicht mehr farblos vorstellen. Ich liebe jedes einzelne Bild meiner Erinnerungen, die auf diesem Wege auf meiner Haut sichtbar geworden sind. Jede einzelne Tätowierung erzählt ein Stück meines Lebens, Momente die mich und den Weg verändert haben, Momente die mich zu dem gemacht haben, was und wie ich heute bin. Zeit, Danke zu sagen.

Danke, Ramoni.

Wer sich stechen lassen möchte, dem sei dieses Studio empfohlen :

The Sinner and The Saint

2 Reaktionen zu “ink me, baby”

  1. jazznrhythm

    Ich finde das interessant. Irgendwie erzählt jeder, der sich tätowieren ließ, dass man es wohl immer wieder machen will. Eine Freundin von mir entschloss sich mal zu einem einzigen kleinen Piercing. Die Leute vom Studio grinsten und meinten, sie würden sie ja bald wiedersehen. War dann doch nicht so, aber man scheint das dort gewohnt zu sein eine langanhaltende Kundenbindung zu pflegen.

  2. Nika

    Ich vermute, es gibt ganz unterschiedliche Varianten, warum Menschen sich so etwas wiederholt antun. Auch abhängig davon, warum man es überhaupt tut und getan hat. In meinem Fall ist es wohl die Oldschool-Liga. Meine Haut erzählt in den Symbolen einen Teil meiner Geschichte, Lebensdaten, Eckpunkte. Naturgegeben verändern und entwickeln sich diese. Somit gibt es immer mal wieder Momente im Leben, wo die Geschichte weitergeschrieben werden will. Sichtbar gemacht in Farbe…