Wortgewölle

Vielleicht war es zuviel Kaffee. Vielleicht ist es nur mein Kirmesgehirn, dass heute nur noch Quatsch machen will. Eigentlich bin ich viel zu müde. Zu müde für Quatsch. Zu überdreht für Quatsch.
Ich würde gerne Wortgewölle vor mir herrollen. Wörter knautschen und wie ein Jojo auf und ab sausen lassen. In Unterhaltungen einsteigen, dazwischensabbeln, kichern.
Dann wieder würde ich gerne schweigen und zuhören und immer wieder bewundern, wie ruhig und klug und freundlich du bist. Wie smart und souverän. Um im nächsten Moment ganz fürchterlich darüber zu kichern, wie albern du bist. Und was für einen wirklich seltsamen Humor du hast. Nur einen Wimpernschlag später wird es ganz still in meinem Kirmesgehirn, weil ich Texte von dir lese und gar nicht darüber nachdenke, wie elegant und spielerisch jeder einzelne Satz sich an seinen Vorgänger schmiegt. Wie schön dein Umgang mit der Sprache ist, wie sanft dein Umgang mit Erinnerungen und wie wunderbar ich Menschen finde, die voller Leidenschaft von etwas erzählen, dem ihr Herz gehört. Du bist viele.

Tatsächlich meine ich das ausnahmsweise nicht kryptisch, dieses hier angesprochene Du spricht verschiedene Menschen an, unterschiedliche Texte und unterschiedliche Begegnungen.
Mein Kirmesgehirn benimmt sich heute wie eine junge Katze, der man bunte Wollknäule hinwirft. Es springt freudig von rechts nach links, ist begeistert, neugierig und sobald es ein neues Knäul sieht und rollt, hat es sofort wieder vergessen, was es in der Sekunde davor noch sah. Wovon es in der Sekunde davor noch glaubte, nichts könne gerade spannender sein. Manchmal würde ich mein Hirn gern in eine grosser Schüssel voll mit weichem Wackelpudding betten. Es umhüllen und all die Einflüsse des Tages dämpfen, das Gezappel verlangsamen und in ein sanftes Schwingen übergehen lassen.

6 Reaktionen zu “Wortgewölle”

  1. aebby

    Was für eine Hommage an viele mir unbekannte Texte irgendwo da draußen in Deinem Universum …

    Wortgewölle herrollen … was für ein Bild.

    Deine Worte erinnern mich auch an eine Passage aus dem Buch „Name der Rose“. Dort ist an einer Stelle die Rede von Texten einer Bibliothek, die miteinander reden und flüstern, der Besucher der Bibliothek wird Teil dieses Gesprächs …

  2. berni

    du hast eine wunderbare schreibe, die zu herzen geht.

  3. Nika

    Danke ihr Zwei :)

  4. nadja

    das sind so viele bilder in meinem kopf, als hätte ich einen halben tag mit dir zusammen verbracht… schönes gefühl!

  5. lordfoltermord

    *platsch … platsch* …

    Oh, Du meintest sabbeln, nicht sabbern *rotwerd*

    Könntest Du das bitte … äähh …

  6. Nika

    Ja, ich sagte „sabbeln“, eindeutig nicht „sabbern“.
    Aber ich bin ja froh, dass die Kommentarfunktion wieder ihren verdammten Job macht. Lassen wir es also zur Erinnerung ruhig so durchgehen und -stehen.
    =)

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