2011

Das neue Jahr gibt sich alle Mühe, mir zu gefallen. Es kuschelt sich an mich heran, bringt gleich am ersten Tag gute Nachrichten, die mich wirklich freuen und einen Silvesterrutsch mit grossem Spass.
Das alte Jahr endete mit einer emotionalen Achterbahnfahrt, nichts war mehr leicht und unbeschwert, einiges im Leben relativierte sich und ich habe mir und anderen eine Menge Fragen stellen müssen. Ich musste Antworten haben, Stellung beziehen und beide Füsse fest in den Boden stemmen um nicht mitgerissen zu werden in einem Strudel, den ich nicht aufhalten konnte.

Aber wir sind geschwommen. Wir alle, das sind die Mädchen und ich. Die Mädchen, von denen ich sage „these girls are golden“. Wir sind geschwommen, haben gerudert und fühlten uns stellenweise verloren. Wenn ein Mensch, von dem du glaubst, dass du ihn kennst und das ihr euch vertraut, entscheidet, dieses Leben nicht mehr tragen zu können und an einen Punkt kommt, wo er das Gefühl hat, dies nicht mehr äussern zu können, nicht mehr die Kraft für die Bitte um Hilfe zu haben, einfach zu verstummen, dann rüttelt es vieles auf.
Es gab in diesem Unglück eine unendliche Anzahl der berühmten Verkettung von glücklichen Zufällen. Deswegen konnten wir dann doch gemeinsam rutschen, in Originalbesetzung. Wir sind näher zusammengerückt, es hat viele Tränen gekostet, jede für sich hatte den Kampf, die eigenen Emotionen irgendwie in dieses Geflecht zu weben, es nicht überzustrapazieren, ein fragiles Gebilde aus verschiedenen Menschen und Herzen. Ich hoffe und ich glaube, wir haben das gut gemacht. Haben vorsichtig begonnen, dies alles gemeinsam zu verweben. Ich hoffe, wir haben aus all diesen zarten Fäden Stück für Stück ein starkes Tau geknüpft. Eines, dass uns noch enger verbindet und vieles aushalten kann. Gemeinsam diese Leben tragen kann. Es ist ein Anfang gemacht und ich hoffe, die Umstände werden sich weiter glücklich fügen um schlussendlich mit Veränderungen in ein HappyEnd zu münden.

Ich habe vor Jahren schon aufgehört, Vorsätze für ein neues Jahr zu fassen. Weil ich oft einfach Wünsche hatte. Wünsche an ein Leben, die ich nicht beeinflussen kann. Da helfen keine noch so schicken Vorsätze.
Ich weiss nicht, was heute anders war. Aber es schlichen sich, einfach so, Vorsätze ein. Es ist nicht zu leugnen, in meinem Kirmesgehirn fuhren Ideen Karussell, die man auch nach genauerer Betrachtung nur noch als Vorsätze deklarieren kann. Also gut, 2011, wir beide, wir haben jetzt gemeinsam ein paar Sachen vor.

5 Reaktionen zu “2011”

  1. aebby

    .

  2. iF

    Dieser Blogbeitrag könnte von mir stammen.

    Sehr viele Ähnlichkeiten. Und das erste Mal seit Äonen habe ich für mich selber einen Vorsatz für dieses Jahr gefasst. Ja, exakt Einen … man will ja nicht übertreiben.

    Wird auch so schwer genug. Könnte aber klappen & wäre lohnend.

    Aber gut zu sehen, daß Madame mit Frohsinn & guter Grundstimmung anbandelt! Wünsche ein shice tolles 2011 und immer eine Handbreit Kaffee unterm Kiel.

  3. lordfoltermord

    Merkwürdig, dass es wohl eines kalendarischen Wechsels benötigt, um einen Schnitt machen zu können, wo dies doch an 365 Tagen möglich wäre. Wahrscheinlich fällt es einfach leichter, weil Milliarden Menschen in diesen Stunden die gleiche Bereitschaft entwickeln, wieder auf ein weißes Blatt zu schauen.

    Sich krampfhaft um Vorsätze zu bemühen, erscheint mir eher albern, zumal wir das Leben sowieso nicht wirklich beherrschen können. Wenn sich aber wilde Absichten mit lautem Getose und Bechergeklapper in das Nikahirn Einlass verschaffen, dann sollte man ihnen auch einen Platz und Kekse anbieten, vor allem wenn es das eigene Wohlbefinden nährt.

    Ich wünsche Dir, dass Du und Die Bewohner Deines Kirmesgehirns sich auch am Jahresende noch tüchtig gerne haben.

    Zum Schweigen des vorletzen Blogs nur soviel: Auch das begonnene und wieder abgebrochene Schreiben kann helfen, weil es einen zwingt, Gedanken und Gefühle nachvollziehbar zu formulieren und einen damit nicht selten im Umgang mit all dem Driss voranbringen kann. Oftmals fühlt man sich auch deswegen so elend, weil so viele wenig definierte Dinge im Kopf herumlümmeln, so zumindest meine Erfahrung.

  4. nadja

    *möglichst geräuschlos atmend amen sagt*

  5. Nika

    Danke euch :)

    Und Herr Foltermord, die Sortiererei beim Umschleichen des eigenen Blogs ist natürlich ein Aspekt, den ich so unterschreibe.
    Beim angesprochenen Schweigen und Dinge nicht sagen zu können kam nur hier erschwerend dazu, dass es zum Teil nicht mein selbstgewähltes Schweigen war. Wenn es im engsten Kreis einen Suizidversuch gibt, der nicht abzusehen war und mit dem niemand, wirklich niemand, auch nur im Ansatz gerechnet hätte, dann nimmt es erstmal alle Worte mit sich. Es bleibt Fassungslosigkeit und ein Gehirn, dass voll mit Fragen und der Suche nach Antworten ist.
    Und mit Fragen, die in dem Moment so nicht gestellt werden können. .Weil es notwendig ist, sich selbst erstmal hinten an zu stellen. Die eigenen Emotionen und das, was sowas mit einem macht haben in erster Linie keinen Platz weil andere Dinge bzw. ein anderer Mensch zählt. Das macht es ja so schwierig.

    Aber es wird. Alles wird gut. Die zwanzig Elf(en) werden’s schon richten. Nämlich.

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