Überschrift, jawoll.

Sozialinkompatibel. Ich will mich nicht unterhalten. Ich will nicht hören, dass die Waschmaschine aber kaputt gegangen ist. Und das man dann seeehr lange seeehr viel Wasser aufwischen musste. Weil der Keller nämlich keinen Abfluss hat. Und ich will auch keine lustigen Kommentare hören, dass der Verkehr Montags um diese Uhrzeit ja immer so furchtbar ist, weil den Leuten bestimmt das Gaspedal eingefroren ist. Da reicht es bei mir nichtmal für ein mitleidiges Grinsen. So sehr ich mir auch ein Einzelbüro wünsche, irgendwie klappt es nicht. Niemand kommt und zerrt meine Kolleginnen hinaus. Oder wenigstens mich in einen anderen Raum. Einen für mich ganz allein. Ohne diese ‚Wie war dein Wochenende‘-Gespräche, deren Inhalt den Tag dauerhaft unerträglich macht. Wenn das so weitergeht, werde ich irgendwann zwanghaft zur persönlichen Verarbeitung anfangen müssen, die Dialoge hier wiederzugeben. Alleine ist das nämlich niemandem zuzumuten, mir schon gar nicht. So. Betrachtet es als Drohung, harrharr.

5 Reaktionen zu “Überschrift, jawoll.”

  1. Der Dicke

    dejadings. irgendwie kenn ich das. und das obwohl ich eigentlich das glück eines quasi-einzelbüros habe. trotzdem kommt man um diese geschichten aus dem wochenendalltag der bürokolleginnen nicht herum. zumindest nicht, wenn man sich nicht im eigenen büro einschließt und das telefon aussteckt. ;-)

  2. lightdot

    Du arme, kann ich nachvollziehen. Wobei ich voller Dankbarkeit sagen muss, dass mich Mutter Natur in dieser Hinsicht mit einer wunderbaren Schutzeinrichtung gesegnet hat: Ich schalte einfach ab bzw. auf Durchzug. Mir kann man nicht soviel Smalltalk antun, dass ich das nicht völlig ignorieren könnte. Das sind die Zeiten, wo ich dann über Gott und die Welt, meist Geschichten, Musiktexte oder Bilder nachdenke. Manchmal sogar lächle ich dabei, wenn mir meine eigenen Gedanken gefallen und da glaubt der Erzähler/die Erzählerin oft, er/sie würde mich prächtig unterhalten. Aber das ist gut so. Seltsam wird die Sache erst dann, wenn nach 20 Minuten „zuhören“ plötzlich ein Satz direkt ins Gesicht geschmissen wird wie: „Ja, ist der Karl nicht total blöd?“ und ich dann frage „Welcher Karl?“. Da folgt nämlich meistens sowas wie „Du hörst mir gar nicht zu!“, und ich lächle dann mit Engelsgesicht zurück „stimmt’s“, aber ich genieße Deine Stimmlage (oder so ähnlich). Das macht die meisten Menschen wiederum völlig perplex. :-)))

  3. Mart

    wie für dich und dein Problem gemacht: http://sasisa.ru/2005/08/04/esli_vas_zadolbal_vash_sotrudnik___.html

    Allzeit Bereit!

    Dein Mc Guyver, äh Mart

  4. Seth

    Und ich erzählte dir am selben Tag auch was von Waschmaschinen. Aber wenigstens mit Happy End. Trotzdem flehe ich um Vergebung, das nächste Mal lese ich vorher deinen Blog, versprochen :)

  5. Nika

    Jürgen, Danke für dein Mitgefühl :) Obwohl ich durchaus ein wenig neidisch bin. Auch wenn es nur ein ‚Quasi‘-Einzelbüro ist.
    Judith, ich habe für solche Tage ein T-Shirt mit dem Aufdruck ‚Ich bin nicht schwerhörig. Ich ignoriere Sie einfach‘. Manchmal funktioniert es.
    Mart, an mein Herz. Das ist sehr grossartig. Ich werde verstärkt über einen Nachbau nachdenken. Vielleicht suchst du schon mal einen kleinen Sägen-Selbstbausatz für mich, falls ich den tätlichen Angriff in Betracht ziehe und im Knast lande.
    Benne, du bist mir quasi die liebste Hausfrau, du darfst sogar über Waschmaschinen reden. Ehrlich gesagt hatte ich zwischen den beiden Erzählungen nichtmal eine Parallele gezogen. Du musst dir also tatsächlich noch keine Sorgen machen =)

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