Wimpernschläge

Warum steht man eigentlich auf an Tagen, von denen man beim ersten Wimpernschlag schon genau weiß, das kann nichts werden.

An solchen Tagen stehen die Bilder, die man nicht sehen will, Erinnerungen die man nicht fühlen will, Stimmungen die man nicht haben will, wie stumme, überdimensionierte Schachfiguren um einen herum. Egal wohin du dich wendest, egal wohin du im nächsten Moment gehen willst, immer und immer wieder läufst du vor sie. Stößt dir das Knie, rempelst mit der Schulter dagegen, stolperst über sie. Mal tut es mehr weh, mal reicht es nur, um das Gesicht zu verziehen.

Aber geschickt drum herum laufen, ihnen ausweichen, das will nicht funktionieren. Das ist so ungerecht, ich hab sie doch nicht dort aufgestellt. Ich will nicht dagegen laufen. Nicht dann, wenn ich mich lieber auf andere Dinge konzentrieren würde. Könnte mal jemand eine hübsche Figur dazwischen stellen an solchen Tagen ? Eine, die von schönen Momenten erzählen würde ?

Davon gab und gibt es doch immer wieder so viele. Warum verblassen die so schnell ? Sind die Dinge, die man am liebsten auslöschen würde die Kakerlaken der Erinnerungen ? Überleben noch einen Atomkrieg im Kopf mit dem man sie am liebsten ausradieren würde.

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