Flut…

Nachts, in der Dunkelheit, wenn der Verstand noch tief und fest schläft, weit weg ist, nicht aufpassen kann, da kommt die Flut. In meinem Emotionenmeer. Dann kommen die Wellen, die sich den Raum suchen mich zu füllen, bis kein Platz mehr da ist. Laufen mir salzig über das Gesicht. Dann bin ich nicht gross. Dann finde ich den Verstand nicht mehr. Im Dunkel. Die Stille ist nicht laut genug, dass ich das Geräusch nicht hören könnte. Wie die Tropfen leise fallen. In der Nacht, in der Dunkelheit, wenn der Verstand noch tief und fest schläft, zwischen den Stunden, im nirgendwo. Das Rauschen der Flut lässt mit dem Sonnenlicht langsam nach. Der Verstand baut ein kleines Floß, ein wenig Halt, ein wenig Boden. Herz als Echolot, die Unsicherheiten als Untiefen, die es zu umschiffen gilt. Nur der Verstand darf in der Dunkelheiten nicht mehr einschlafen, nicht mehr weggehen, jemand muss doch auf’s Echolot aufpassen, damit wir nicht sinken an den Untiefen.

2 Reaktionen zu “Flut…”

  1. lightdot

    Ich dachte, Du hast Dich erholt im Urlaub. Das hört sich aber gar nicht danach an…

  2. Nika

    Die Erholung war auch das, was eigentlich auf dem Plan stand, Judith. Kurzfristig hat es sogar funktioniert. Aber meist werden wir ja nicht gefragt, wie lange wir die Erholung gern behalten würden. Es funktioniert nicht immer…. diesmal eben nicht.

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