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Manchmal bin ich tatsächlich selber erstaunt. ‚Schizophrenie als Helfer im Alltag‘. Ja, dieses Buch werde ich eines Tages schreiben. Glauben wir.

Aber manchmal muss man sie wohl aufteilen, Herz und Verstand, die dusseligen Schwestern. Also schliesst Frau Verstand ab sofort Frau Herz wieder in den Keller. Da isses zwar nich schön, wie das in Kellern eben meist der Fall ist, aber Frau Herz nervt auch ein wenig. Frau Herz, wissens, die ist nämlich eigentlich gar nicht so recht lebensfähig. Dauernd muss man auf sie aufpassen. Sie tingelt durch die Tage, stolpert über jede sich nur bietende Baumwurzel am Boden, strauchelt über Bordsteinkanten, rempelt Menschen an um sich dann mit grossen Augen, völlig erstaunt, lächelnd zu entschuldigen. Dummerweise hat ihr immernoch keiner eine runtergehauen, vielleicht wäre das mal empfehlenswert. Frau Verstand kann darüber nur mit dem Kopf schütteln. Ihr passieren solche Dinge natürlich nicht. Sie strauchelt selten, weicht eher kalkuliert den Fallen aus, achtet sorgsam auf ihre Schritte. Leider lässt sie sich ab und zu von Frau Herz auf ein Gläschen zuviel einladen. Dann, eingelullt und betrunken gemacht vom dargebotenen Alkohol und dem euphorischquietschenden Gelalle von Frau Herz, da lässt sich auch Frau Verstand zeitweise überrumpeln und in den Keller sperren. Ich werde ihr nahelegen müssen, doch bitte immer einen Zweitschlüssel für den Keller bei sich zu tragen und Frau Herz, sollte sie noch einmal auf ein Gläschen einladen, sofort eine zu scheuern.

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